Skip to main content

Oulipotische Nonsens-Gedichte

Den Seiten mit den Steckbriefen einer jeden Art steht jeweils ein Flaggschiff-Flurbaum mit einem besonders bemerkenswerten Exemplar und dem artbezogenen Nonsens-Gedicht voran. Die Beschreibung eines konkreten Flurbaums und ein Nonsens-Gedicht - beides Produkte verschiedener Kulturlandschaften - ergeben eine auf den ersten Blick skurrile Einheit. 


Die Gedichte stammen aus der Feder von Udo Fedderies,
Frankfurt am Main.


Die Nonsens-Gedichte stehen in Kontrast zu der naturwissenschaftlich fundierten Beschreibung der Flurbäume. Die für Nonsens-Gedichte typische Verletzung von Regeln wird hier durch einen Formzwang kontrastiert. 

Dieser Formzwang orientiert sich an Überlegungen der Werkstatt für Potentielle Literatur. In dieser 1960 gegründeten Schriftstellervereinigung, französisch: Ouvroir de Littérature Potentielle (Akronym Oulipo), sind u. a. Italo Calvino, Georges Perec, Raymond Queneau und Oskar Pastior Mitglied (Oulipo-Mitglied bleibt man auch nach dem Tod, man ist wegen Sterbefalls entschuldigt).

Die Oulipoten haben sich bei der literarischen Arbeit selbst kreative Beschränkungen auferlegt, um der Literatur neue Möglichkeiten zu erschließen. Das berühmteste Werk ist Perecs „La disparition“, ein Roman, der ganz ohne den Buchstaben „e“ auskommt (Lipogramm).

Andere Formzwänge sind z. B. Palindrome (Sätze, die vorwärts wie rückwärts gelesen, [den gleichen] Sinn ergeben) oder Isogramme (Texte, in denen jeder verwendete Buchstabe nur einmal vorkommt).

In unserem Fall wurde die bescheidene Regel zugrunde gelegt, dass der einschlägige Flurbaum als Endreim vorkommen muss. Mit Ausnahme der einsilbigen „Lärsch“ handelt es sich dabei immer um einen Do​​​​ppelreim. Der Flurbaumname selbst ist dabei nur Ausgangspunkt für eine abstruse, komische oder sinnlose Handlung.

Die disparat erscheinende Kombination möge dem geneigten Leser Raum für neue Gedanken bahnen.