Flurbaum-Steckbrief
Bezeichnung
Gemeine Esche - Fraxinus excelsior
Beschreibung
- einstämmig
- Stammumfang: 247 cm in 130 cm Höhe (BHU)
- Baumhöhe: ca. 18 m
- Kronenbreite: ca. 12 m
- Alter: ca. 60 Jahre, Keimung um 1965
Lebensraum
- Acker
- ebenes Gelände
- Begleitarten: Holunderstrauch
- Einrichtungen: Jagdsitz
- Höhenlage: 473 m
- Naturraum: Dachauer Moos
- Sonstiges: im Umkreis von 250 m drei weitere Eschen als Flurbäume
Standort
- bei Hebertshausen, Flur 'Hebertshauser Moos', 1,2 km südöstlich des Orts
- Gde. Hebertshausen, Lkr. Dachau, Bayern
- Koordinaten: 48.27882, 11.48825
Risiken, Schäden
- Abstände: regelmäßige Bodenbearbeitung bis etwa 2 m zum Stamm
- Schäden: das Eschentriebsterben hat bereits viele Äste erfasst
Besonderheit
- landschaftsprägender Baum
- Ackerbaum
Stand: Juli 2025
Flurbäume als Flurstücksmarkierung
Die hier beschriebene Esche steht im nordwestlichen Eck des in Abb. 1 zentral erkennbaren Flurstücks. Der Kartenausschnitt zeigt, dass an drei Ecken und in der Mitte des rechteckige Grundstücks jeweils ein Baum wächst (in mindestens einem Fall wohl eine Zweiergruppe). Im vierten Eck war zeitweise eine Fläche zur Lagerung von vermutlich Stallmist eingerichtet.
Bei allen genannten Bäumen handelt es sich um Gemeine Eschen, die aufgrund der speziellen Lage wohl nicht wild aufgekommen, sondern gepflanzt worden sind, wahrscheinlich in den 1960er-Jahren. Zur Zeit der angenommenen Pflanzung wurden diese Fläche und die umliegenden noch als Grünland genutzt. Erst die 1979 herausgekommene Topografische Karte zeigt hier Ackerbau an. Ob in dieser Zeit wie in vielen anderen Gemarkungen der Gegend eine Flurneuordnung stattgefunden hat, konnte nicht geklärt werden.
Was mag der damalige Flurstücksbesitzer wohl mit der Baumpflanzung bezweckt haben? Wollte er einfach seinen Besitz markieren? Wollte er damit eine gerade, dem Grenzverlauf entsprechende Bewirtschaftung erleichtern? Wollte er ein paar Gehölze in die ausgeräumte Landschaft bringen? War er Jäger und wollte sich etwas Deckung für einen Jagdsitz schaffen?
Dass das Eschentriebsterben den Bäumen die Lebenszeit vorzeitig beschneiden wird, konnte er damals jedenfalls noch nicht wissen. Schade, dass er keine Eichen zur Grundstücksmarkierung gewählt hat.