Abschätzen der Baumhöhe mit einem Messstab

Es gibt viele Methoden zur genauen Vermessung der Baumhöhe. Hier stelle ich eine Methode vor, die bei hinreichender Genauigkeit von jedermann leicht umzusetzen ist. Sie folgt den Grundsätzen der Trigonometrie, auf die ich nicht weiter eingehe. Man benötigt hierfür einen individuellen Messstab. Wie Sie den herstellen erfahren Sie hier.

Der Messstab hat zwei Seiten. Die Vorderseite dient zur Abschätzung von Höhen bis 25 m. Das wird in der Regel ausreichen.

  • Entfernen Sie sich von der Stammmitte des Baumes um die Entfernung, die auf der Vorderseite vermerkt ist (Maßband, bekannte Schrittlänge). 
  • Nehmen Sie den Messstab so in die Hand, dass der untere Strich A an der Oberkante Ihres Zeigefingers verläuft.
  • Halten Sie den Messstab mit ausgestrecktem Arm möglichst mittig und senkrecht vor Ihr Gesicht.
  • Bringen Sie Baumfuß und die Markierung B zur Deckung.
  • Lesen Sie die Baumhöhe direkt an der Skala bei C ab.
Abb.: Skizze für die Abschätzung der Baumhöhe mit der Methode "Stab in der Hand"

Bei einem Baum mit über 25 m Höhe nehmen Sie die Rückseite des Messstabes, nehmen den doppelten Abstand ein und verfahren entsprechend.

Diese Methode hat gegenüber anderen Stabmethoden wesentliche Vorteile:

  • die Baumhöhe ist direkt ablesbar (kein Umrechnen, kein Dazuzählen der eigenen Körpergröße)
  • eine Messung in hängigem Gelände hat keinen Einfluss auf das Ergebnis

Diese Methode ist im strengen Sinn keine Vermessung, dazu hat sie zu viele Fehlermöglichkeiten, sie ist deshalb relativ ungenau, aber genau genug, um eine Baumhöhe abzuschätzen.

Fehlermöglichkeiten

  • Stab wird nicht senkrecht gehalten
  • Entfernung zum Baum stimmt nicht korrekt
  • gleichzeitiges Anvisieren des Baumfußes und des Baumwipfels gelingt nicht immer exakt