hier verwendete Begriffe

Abb. 1: Maserknolle
Abb. 2: deutlich ausgebildete Ohren unterhalb eines V-Zwiesels bei einer Hängebirke
Abb. 3: zweistämmige Esche (Zwiesel). Die Achsen der beiden Stämme treffen sich etwa auf Bodenhöhe. Dies und der deutlich bis zum Boden reichende Rindengrat deuten darauf hin, dass diese Zweistämmigkeit bereits in dem aufkeimenden Sprößling angelegt war oder wurde. Der Scheitel des Innenwinkels ist mit zunehmendem Dickenwachstum immer weiter nach oben gewandert und befindet sich heute in etwa 2 m Höhe.


Altersbestimmung von Bäumen, siehe die Seite Baumalter abschätzen.

Altersfaktor, artspezifischer Faktor zur Schätzung des Alters aus dem Stammumfang (siehe dort) eines Baumes: Alter [Jahre] = Stammumfang [cm]  * Altersfaktor [Jahre/cm]; für Altersschätzungen auf dieser Website verwende ich die Durchschnittswerte in der Tabelle Altersfaktoren.

Baum, siehe die Seite Was ist ein Baum?

Baumart, siehe die Seite Baumarten Deutschlands.

Baumhöhe, siehe die Seite Baumhöhe schätzen.

Baumkrone, der Baumteil, der von belaubten Ästen gebildet wird.

Bodenbearbeitung, regelmäßige, pflügen, grubbern, fräsen oder ähnliches, auch wenn dies nicht jährlich erfolgt, wie z. B. beim Anbau von Kleegras.

Böschung, straßen-, weg- oder gewässerbegleitende Geländestufe, oft mit Gras bewachsen.

Feldbaum, siehe Flurbaum.

Feldrain, Grenze zwischen zwei Feldstücken ohne wesentliche Änderung des Gefälles (s. a. Ranken).

Flächenversiegelung, siehe Versiegelung.

Flaggschiff-Flurbaum, besonders bemerkenswertes Baumexemplar jeweils einer Art, dem ein Nonsens-Gedicht gewidmet ist.

Flurbaum, Baum, der in der Feldflur steht, also außerhalb von Wald, Feldgehölzen und Ortschaften.

Flurbereinigung, öffentlich durchgeführtes und (mit-)finanziertes Verfahren zum Vergrößern und Informbringen von landwirtschaftlichen Flurstücken durch Zusammenfassen der Flächen gleicher Eigentümer, Begradigung der Infrastruktur und Entfernen von Bewirtschaftungshindernissen. 

Grünfläche, Grünlandflächen, deren Aufwuchs regelmäßig entfernt wird, also z. B. Wiesen, Weiden, aber auch Grünland, das nicht genutzt, auf dem aber weiterer Gehölzaufwuchs verhindert wird.

Grünstreifen, längliche, mit Gras bewachsene Fläche, z. B. entlang von Straßen, Wegen, Gewässern.

Kronentrauf, Bodenfläche, die durch die Baumkrone überdeckt wird.

lichte Höhe, Abstand zwischen Bodenoberfläche und dem unteren Rand der Baumkrone.

Maserknolle, auch Maserkropf, durch Zellwucherungen entstandene, oft unregelmäßige Verdickung, oft im unteren Stammbereich (Abb. 1).

mehrstämmiger Baum, man findet in der Literatur keine einheitliche Definition, wann ein Baum mehrstämmig ist oder nur mehrere starke Äste ausgebildet hat. Meine Definition: Mehrstämmigkeit liegt vor, wenn der Stamm sich in zwei oder mehr etwa gleichstarke, deutlich nach oben strebende Triebe aufteilt, deren ursprünglicher Verzweigungspunkt nicht höher als 1 m über der Bodenoberfläche liegt (Abb. 2).

Ohren, bei Bäumen die unterhalb einer Stammgabelung insbesondere bei sehr spitzem Verzweigungswinkel auftretenden Stammverdickungen. Der Baum versucht damit, den auftretenden hohen Kräften der auseinander drückenden Stämme entgegen zu wirken (Abb. 2). 

Oulipo, Akronym für „Ouvroir de Littérature Potentielle“, auf Deutsch: Werkstatt für Potentielle Literatur.

Ranken, Geländestufe innerhalb oder zwischen landwirtschaftlich genutzten Flurstücken, oft mit Gras bewachsen.

Restfläche, Fläche ohne Bewirtschaftung, also mit weitgehend ungestörter Vegetationsentwicklung.

Ringeln, Ringelung, bei Bäumen: ringförmiges Entfernen der Rinde, was die Versorgung der Wurzeln mit Nährstoffen unterbricht und in der Regel zum langsamen Absterben des Baums führt (57). Das R. als wenig aufwändige Methode wird z. B. im Naturschutz zur Eindämmung expansiver Neophyten angewandt, aber auch von Menschen, die - der Natur entfremdet - "störende" Bäume unauffällig beseitigen möchten.

Risiken, siehe die Seite Risiken für Flurbäume.

Stamm, beim Baum versteht man darunter die verholzende Hauptachse (siehe auch "mehrstämmiger Baum").

Stammumfang, wird grundsätzlich in einer Höhe von 130 cm gemessen, es sei denn, dies würde zu irreführenden Ergebnissen führen, z. B. wenn in dieser Höhe wegen einer Verzweigung oder Verletzung eine untypische Verdickungen vorliegt. Dann messe ich in Höhe der nächstliegenden "normalen" Stammdicke ("Taille"). Zur Vermeidung von Missverständnissen gebe ich stets die Messhöhe an, siehe auch die Seite Stammumfang messen.

Traufbereich, Fläche unterhalb der Baumkrone.

Versiegelung, Flächenversiegelung, das Versickern von Wasser in den Boden wird weitgehend verhindert, z. B. durch Teer, Beton oder Pflaster. Versickert nur ein Bruchteil des Niederschlagswassers, spricht man von Teilversiegelung, z. B. durch Schotter oder verdichteten Boden. 

Verzweigungspunkt, Stelle, an dem sich ein Stamm ursprünglich geteilt hat. Hinweise für die Höhe dieses Punktes geben das untere Ende des begleitenden Rindengrats und der Schnittpunkt der beiden gedachten zentralen Achsen der Verzweigungen (Abb. 2).

Verzweigungswinkel, in wissenschaftlichen Arbeiten geht man unterschiedlich vor, um Verzweigungswinkel bei Baumstämmen zu messen. Entweder man versucht, die Schenkel des zu messenden Winkels an den inneren Winkel der sich teilenden Stämme anzulegen ("Innenwinkel") oder man misst den Winkel der zentralen Stammachsen. Beides erfordert das näherungsweise Anlegen einer Geraden an ungerade Stammverläufe und entzieht sich weitgehend einer Wiederholbarkeit mit gleichem Ergebnis (Abb. 2).

Wurzelbereich, die Musterbaumschutzsatzung der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz e.V. definiert den Wurzelbereich eines Baums als die Bodenfläche unter dem Traufbereich zuzüglich 1,5 m nach allen Seiten (1). 

Zwiesel, Gabelung eines Stammes in zwei oder mehr nach oben strebenden (kodominanten) Trieben (Abb. 2).