Schwarzpappel bei Gremertshausen

Aus der Ferne sieht es aus wie ein riesiger Baum. Erst wenn man näher kommt, erkennt man, dass es sich um ein Paar handelt. Die beiden Schwarzpappeln standen einst an einem Weg - mit einem Feldkreuz in der Mitte.

Die Schwarzpappel

Heute geht’s in den Harz. Appel
und Ei, Brot und Bier hab ich dabei.
Startpunkt ist die Schwarzpappel,
Abfahrt um Viertel nach Zwei.

Eine Radtour zum Harz
ist ein schwerer Brocken,
doch sind es die Ortsnamen,
die mich dahin locken.

Elend und Sorge,
wer kann da widerstehn,
lieber heute als morge,
möcht ich dorthin gehn.

Vom Spessartland
warn Räuberbanden bekannt.
Doch nun sind sie in Schierke
im Harzer Gebirge.

Spessarts einstige Räuber,
vertrieben von Edmund Stoiber,
lauern mir auf mich zu fangen
und Lösegeld zu verlangen.

Sie fordern Geld und Korn
sowie einen jungen Feldahorn.
Nein, halt, da stimmt was nicht,
der Feldahorn gehört in ein andres Gedicht.

Sie sperren mich ein,
ich krieg den Karzerkoller,
zum Essen gibt`s allein
nur Harzer Roller.

Solange ich hier im Harz zappel,
komm ich nicht zurück zur Schwarzpappel.
Elend und Sorge, nun versteh ich die Namen.
Holt mich hier raus, habt doch Erbarmen!

Doch niemand löst mich aus
und befreit mich aus dem Gemäuer.
Da schmeißen die Räuber mich raus:
ihnen wird die Verpflegung zu teuer.

Erdulden das ganze Elend - wie abgefeimt -
musst ich, weil sich nichts anderes reimt
als Harz und Appel
auf die schwarze Pappel.



erhoben am 20. September 2020

Steckbrief

Bezeichnung

Schwarzpappel - Populus nigra

Beschreibung

  • in einer Gruppe von 2 gleichartigen Bäumen
  • 1-stämmiger Baum
  • Stammumfang in 130 cm Höhe: 332 cm (das entspricht einem Durchmesser von 106 cm)
  • Baumhöhe: ca. 30 m
  • Kronenbreite: ca. 23 m
  • lichte Höhe: ca. 1,7 m
  • Kronenform: ellipsoid
  • Alter (berechnet): rund 120 (100 bis 150) Jahre, demnach steht der Baum seit etwa 1890 an dieser Stelle

Lebensraum

  • Grünstreifen
  • ebenes Gelände 

Standort

  • bei Gremertshausen (zwischen dem Betonweg nach Schaidenhausen und dem Ort)
  • Lkr. Freising, Bayern
  • Koordinaten: 48.3821, 11.6334

Risiken

  • keine (teil)versiegelten Flächen im Kronentrauf
  • eine regelmäßig bearbeitete Fläche ist etwa 1 m entfernt
  • erkannte Schäden: keine 

Abb. 1: früherer Verlauf des Wegs Gremertshausen-Schaidenhausen und Position von 4 großen Schwarzpappeln (20), Karte von Openstreetmap

Die Doppelpappel stand vor der Flurbereinigung in den 1960er-Jahren am alten Weg nach Schaidenhausen ("1" in Abb. 1). Der Weg wurde begradigt und das damals noch zwischen den beiden Bäumen stehende Feldkreuz an die neue Trasse verlegt.

Im weiteren Verlauf des Betonwegs stehen heute noch zwei weitere sehr große Schwarzpappeln. Die südliche der beiden ("2") hat einen Stammumfang von 481 cm und ist etwa 31 m hoch. Die Bäume wurden in die bei der Flurbereinigung neue angelegte Baumreihe entlang des Weges integriert und überragen die jüngeren Bäume auch nach 60 Jahren noch deutlich.


Abb. 2: im Bildzentrum der Doppel-Flurbaum, die Färbung des bearbeiteten Bodens zeichnet den alten Wegverlauf nach
Abb. 3: die beiden noch größeren Schwarzpappeln in der Baumreihe am Weg nach Schaidenhausen

Abb. 4: Stamm des rechten Baums aus Abb. 3 mit einem Umfang von 481 cm