Gemeine Hasel bei Attaching

Ein Haselnussstrauch ist kein Baum, deshalb gehört er streng genommen nicht hierher. Trotzdem soll das Gehölz hier aufgenommen werden. Die Hasel mitten in einem Acker überrascht. Kaum ein Landwirt pflanzt oder sät eine Hasel mitten ins Feld, es sei denn zur Haselnussproduktion.
Der Bewirtschafter gibt an, dass bis etwa im Jahr 2000 hier noch Grünland war. Das zeigen auch ältere Karten. In die Topographische Karte Freising-Süd ist ab der Ausgabe 1972 hier ein Gebüsch auf einer (schrumpfenden) Grünlandfläche eingezeichnet (46). Ein Strauch auf einer Wiese, die regelmäßig gemäht wird? Vielleicht wurde die Fläche früher als Weide oder gar nicht genutzt, weil sie zu feucht war?
Vielleicht hat sich der Landwirt auch einfach über die aufkeimende Hasel gefreut.

Die Hasel

Haselstrauch heischt ein Gedicht,
dem ’s an Nonsens nicht gebricht.
Gut zum Strauch mit Namen Hasel
passt ja die Gedichtform Gasel.
Wie? Betonung ist nicht richtig?
Hasel nimmt sich gar zu wichtig!
Dichter kann auch drauf verzichten,
ein Gedicht für sie zu dichten.

Steckbrief

Bezeichnung

Gemeine Hasel - Corylus avellana

Beschreibung

  • Einzelstrauch
  • über 25 Äste
  • Umfang über alle Äste in der Taille in 30 cm Höhe: 540 cm
  • Strauchhöhe: ca. 6 m
  • Kronenbreite: ca. 8 m
  • lichte Höhe: ca. 1 m
  • Kronenform: breit ellipsoid
  • Alter (geschätzt): über 50 Jahre

Lebensraum

  • Restfläche in einem Acker
  • ebenes Gelände

Standort

  • bei Attaching (westlich des Orts)
  • Gemeinde Freising
  • Lkr. Freising, Bayern
  • Koordinaten: 48.3689, 11.7508

Risiken:

  • keine (teil)versiegelten Flächen im Kronentrauf
  • eine regelmäßig bearbeitete Fläche ist etwa 3 m entfernt
  • erkannte Schäden: Verwachsungen

erhoben am 14. Mai 2021


Abb. 1: Ausschnitt aus der Topographischen Karte 1:25.000 Freising Süd, Ausgabe 1960 (46); das Gehölzsymbol für die Hasel wie in Abb. 2 ist nicht enthalten.
Abb. 2: Ausschnitt aus der Topographischen Karte 1:25.000 Freising Süd, Ausgabe 1972 (46); das hinzugekommene Gehölzsymbol steht an der mit dem roten Pfeil markierten Stelle am Platz der Hasel.

Abb. 1 und 2 legen nahe, dass die Hasel 1960 im Gegensatz zu 1972 noch nicht vorhanden oder für den Kartierer der Top-Karte zumindest nicht kartierwürdig war (der im Bild angegebene Maßstab betrifft den Originalausdruck, der hier nicht 1:1 wiedergegeben ist).

In der Ausgabe der Topographischen Karte von 1984 werden Gehölz und Nutzung wie 1972 angegeben. Die Ausgabe von 1991 enthält weder das Zeichen für das Gebüsch noch die Signatur für die Wiese an dieser Stelle (46). Mir ist nicht klar, welche Schlüsse dies zulässt.

Nach meiner Erfahrung wurden in Topographischen Karten Zeichen für Gehölze sowohl generalisierend als auch spezifisch verwendet. Letzteres insbesondere, wenn das Symbol einzeln auftritt. Bei der Nutzung kann man davon ausgehen, dass es die ist, die der Kartierer jeweils angetroffen hat.



Die Wikipedia-Seite "Gemeine Hasel" (47) nennt folgende Synonyme oder Trivialnamen für dieses Gehölz: 

Für die Gemeine Hasel bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen Augstnuss (Schwaben), Drateln, Frau Hasel, Hagnuss (Bern), Hasel (Norddeutschland), Haselbaum (Norddeutschland), Haselbusch, Haselbusk (Nordwestdeutschland), Haselnot, Haselstude (mittelhochdeutsch), Hasesnot (mittelniederdeutsch), Hasliboum, Haslen (Bern), Hasliholz (St. Gallen), Haslistuda (St. Gallen), Hassel (Unterweser), Hasselboum, Hasselbusch (Norddeutschland), Hasselnäss (Siebenbürgen), Hasselstrach (Siebenbürgen), Hasselstaude, Hasselnot, Hasselstruk (Nordwestdeutschland, niederdeutsch), Haxelnuss, Hesele (mittelhochdeutsch), Heselinholz (mittelhochdeutsch), Heslinholz (mittelhochdeutsch), Hesse, Hüselte, Klaeterbusk (Bremen), Kätzlein, Klöterbusch (Hamburg), Märzennudeln, Nööthbusch (Mecklenburg), Nussblüh, Nussbusch und Nussstrauch.

Dieser Seite zufolge wächst die Gemeine Hasel in seltenen Fällen auch als Baum und wird dann bis zu zehn Meter hoch. Dann wäre sie an dieser Stelle ein echter Flurbaum.